Kanada's Wildnis Metrolpolen Rocky Mountains Kanutour am Trans Canada Trail

Sie befinden sich hier: Hauptseite > Solo Bike Expedition > Tagebuch



Tagebuch
Literatur

Provinzen direkt:
Diese Seite ausdrucken Seite drucken
Diese Seite zu meinen Favoriten hinzufügen zu Favoriten hinzufügen
Diese Seite einem Freund empfehlen Seite weiter-
empfehlen
Tagebuch der
"Solo Bicycle Expedition" von Tom Couture
10.000 km mit dem Fahrrad auf dem Trans Canada Trail




18. Tag, 28. Mai
Lewis Mountain (72 km)

Mein Tag beginnt so wie der gestrige geendet hat: ich höre viele rauschende Wellen, die sich ihren Weg durch den Ozean bahnen. Ein wiederum wunderschöner Morgen, der mich mit einem phantastischen Blick über die Barra Strait und die Stadt Iona begrüßt. Ich verabschiede mich von James, meinem sehr freundlichen Gastgeber und setze meine Reise mit der Suche nach dem Trail fort.

Ich reise auf Highway 223 in Richtung Nordwesten und genieße die wunderschönen Ausblicke. In Little Narrows erreiche ich die Fähre, die mich zur Kreuzung des Trans Canada Trails bringt. Die Lewis Mountain Road ist hier der Startpunkt für das 40 Kilometer lange Wildnis-Stück. Steven Vines, der Trans Canada Coordinator in Nova Scotia, hatte mir einige wertvolle Tipps mit auf den Weg gegeben, an die ich später noch denken werde.

Die Lewis Mountain Road führt nördlich durch einen ländlichen Teil Cape Bretons. Diese Straße ist wohl seit den 20ern nicht mehr richtig genutzt worden. Zu Beginn ist die Strecke noch recht gut, danach beginnt der plötzliche Aufstieg. Ich bin in der Lage, den ersten Kilometer zu radeln. Die nächsten vier Kilometer muss ich mein Fahrrad schieben, es ist zu steil und der Weg in einem zu schlechten Zustand. Ich meister die Höhe von 250 Metern und nach fünf Kilometern wird der Trail endlich besser. Ich fahre bis zur Kreuzung der Troutbrook Road. Dort beginnt am Rande der Trout Brook Wilderness Area ein erneuter Ansteig. An dieser Stelle muss man genau aufpassen, da hier viele Wege abbiegen und der Trail nicht sonderlich gut ausgeschildert ist. Hier kann man leicht verloren gehen.

Nach vier Stunden und einigen Höhenmetern geht es in Richtung Scotsville am Lake Ainsley wieder bergab. Kurz nach sieben Uhr abends erreiche ich den Patterson’s General Store in Scotsville. Es war ein Tag der Herausforderungen. Ich baue mein Zelt auf und falle erschöpft in meine vier „Wände“. Meine Begeisterung, wieder auf dem Trail zu fahren, hat alles aus mir herausgeholt. Ich habe mich selbst bis an meine körperlichen Grenzen gebracht und zahle dafür nun den Preis.




19. Tag, 29. Mai
Orte, die mir den Atem rauben (67 km)

In dieser Nacht regnet es. Ich hatte zuvor weder Kraft noch Lust, mein Zelt ordnungsgemäß aufzubauen. Dafür habe ich jetzt die Konsequenzen. Es war mir schon klar, dass ich mit meiner Entscheidung des Vortages nicht ungestraft davonkomme. Alles ist triefend nass und ich spüre weiterhin die Folgen meiner Erschöpfung. Ich liege hier klitschnass und hoffe, dass es bald morgen wird. Ich versuche noch zu schlafen. Um 8 Uhr morgens stoppt der Regen endlich. Ich packe mein extrem nasses Zelt ein und fahre wieder zu Patterson’s General Store nach Scotsville. Ich werde von einer sehr freundlichen älteren Dame begrüßt, die mir sofort einen heißen Kaffee sowie eine regenfreie Umgebung anbietet. Wir unterhalten uns und nach einer Stunde breche ich wieder zu der Northumberland Strait und nach Inverness auf.

Ich bewege mich heute recht langsam. Nach 15 Kilometern erreiche ich schließlich Inverness. Ich stoppe für eine kleine Mahlzeit und eine kurze Entspannung. Das leckere Essen sowie das Gespräch mit einigen Einheimischen setzt wieder einige Kräfte frei. Ich fahre wieder auf den Trail zurück und bewege mich in westlicher Richtung nach Port Hood.

Die nächsten 90 Kilometer sind auf ehemaligen Eisenbahnschienen und der Zustand des Trails ist hier einfach super. Schon zu Beginn des Weges komme ich an eine Holzeisenbahnbrücke, die sich auf über 100 Fuß über das Tal spannt. Eine der längsten Brücken der Provinz. Der Regen hat sich mittlerweile in einen feinen Nieselregeln verwandelt und eigentlich genieße ich diese kleine Erfrischung. Je mehr der Trail ins Inland und weg von der Küste führt, genieße ich die spektakuläre Szenerie. Der Weg schlängelt sich durch Grasland und später ödes Farmland. Auf einmal taucht vor meinen Augen ein riesiger Adler auf. Ich hatte leider keine Zeit mehr, meine Kamera zu greifen. Ich bewundere diese Vogel einfach nur. Nach 20 Kilometern erreiche ich die malerische Stadt Mabou. Ich kann den hervorragenden Zustand des Trails hier einfach nicht oft genug betonen. Es ist bei weitem das beste, was ich bisher erlebt habe. Dazu kommt noch, dass jede Brücke und ehemalige Eisenbahntrasse einfach wunderschön ist und erst vor kurzem restauriert wurde.

Von Mabou aus führt der Trail wieder in Richtung Meer und nach Port Hood. Dort erlebe ich einen großartigen Abend und einen atemberaubende Blick auf Port Hood Island. Wunderschöne Sandstrände, der Port Hood Provincial Park und die klassische Küsten-Architektur: Ich fühle mich, als ob ich Protagonist mitten ein einem „Norman Rockwell painting“ bin. Dieser Ort raubt mir meinen Atem.




20. Tag, 30. Mai
Angeltag (0 km)



21 . Tag, 31.Mai
Ein spezieller Tag ( - )

IGestern habe ich den gesamten Tag in Port Hood, Cape Breton, verbracht. Die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Menschen ist hier unglaublich. Überall, wo ich auch immer hin kam, wurde ich mit einem freundlichen Lächeln begrüßt. Dabei habe ich eines der beeindruckendsten Erlebnisse meines Lebens erlebt. Ich bin mit Kapitän Peter Sutherland, seinem ersten Steuermann Sheldon sowie seinem Sohn Michael auf einem Hummerboot hinausgefahren. Was für ein großartiges Erlebnis, das ich beinahe gar nicht miterlebt hätte. „Das Boot legt um 5.30 Uhr morgens ab“, hatte mir Duncan Sutherland vorher gesagt. Peter, sein älterer Bruder, der den Tag organisiert hatte, teilte mir noch heimlich mich, dass ich unter gar keinen Umständen zu spät sein sollte. Ich kam in der Tat zu spät und das Schiff hatte bereits abgelegt.

„Kennst Du Peter Sutherland?“, frage ich den einzigen Kapitän in Murphy’s Pond. „Klar kenne ich ihn. Er hat vor fünf Minuten abgelegt. Ich werde versuchen, ihn per Funk zu erreichen.“ Nach einigen Minuten kommt er zurück. „Spring auf das Boot! Ich werde Dich zu ihm bringen“, ruft er mir zu. Wieder wenige Minuten später befinde ich mich an Board eine Schiffes und in Begleitung von drei Männern aus Cape Breton. Ich schaue den Männern einfach zu, wie sie Ihren Jobs auf einem Hummerboot nachgehen. Sie faszinieren mich. Die nächsten sieben Stunden werden wir damit verbringen, nach dem berühmten Hummer zu fischen. Es ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Als wir wieder in Murphy’s Pond und Fisherman’s Co-op ankommen, wiegen wir den Fang des Tages: knapp unter 300 Pfund. Nicht schlecht, meint Peter. Die Crew reinigt in der Zwischenzeit das Boot und wir verabschieden uns. Ich bin einfach fasziniert. Seitdem ich in dieser wunderschönen Stadt angekommen bin, werde ich wie ein König behandelt. Ich bin mir sicher, dass jeder, der hier herkommt, genauso behandelt wird.

Ich fühle mich richtig unwohl, als ich Cape Breton schließlich verlassen muss. Ich fahre wieder auf dem Trail in Port Hood und biege in Richtung Port Hasting und Canso Causeway ein. Dort erreiche wieder das Inland. Der Trail befindet sich genauso wie am Vortag in einem exzellenten Zustand. Ich habe einfach viel Spaß und genieße meine Zeit. Als ich in Long’s Point ankomme, sehe ich eine Kühlflasche auf dem Trail. Jemand muss diese hier verloren haben. Ich sehe eine kleine Nachricht, als ich näher an sie herankomme: Trans Canada Tom. In der Kühlflasche ist ein gekühlter Nova Scotia Soda und eine kurze Nachricht. Ich solle kurz bei jemandem zu Hause vorbeischauen. Es gehört einem feinen Cape Bretoner, den ich vor einigen Tagen auf dem Trail getroffen hatte: Steve Tower. Steve ist nicht da, aber seine Geste symbolisiert die Gastfreundschaft und die Einstellung der Menschen an diesem großartigen Ort.

Auf dem Trail fahre ich durch Mulgrave und Pirates Cove und erreiche schließlich St. Francis Harbour, wo ich heute mein Quartier aufschlage. Ich campiere wieder am Strand. Die Nacht ist sehr ruhig und es ist schön, wieder in meinem Zelt zu liegen. Als ich einschlafe, beginne ich schon von dem Tag zu träumen, an dem ich wieder nach Cape Breton Island und zu diesen unglaublichen Menschen zuückkehre.




22. Tag, 1. Juni
„Sea to Sky“ ( 76 km )

Ich packe mein Zelt zusammen und verlasse St.Francis Harbour entlang des wunderschönen Chedabucto Bay. Der Wetterbericht hat Regen vorhergesagt, aber es sieht so aus, als ob die Schlechtwetterfront an mir vorbei gezogen wäre. Der Küstennebel löst sich gerade auf, so dass ich schon das schöne Wetter auf mich zukommen sehe. Ich fahre auf dem Highway 344 in Richtung der Küstenstadt Guysboro und dem Beginn des Trans Canada Trails im Innenland Nova Scotias.

Nach 25 Kilometern erreiche ich Guysboro, eine reizvolle Gemeinschaft am Guysboro Harbour. Nach einem reichhaltigen Frühstück und einem kurzen Einkaufshalt finde ich die Kreuzung zum Trans Canada Trail. Dieses Teilstück des TCT hat seine ganz eigene Geschichte. In den 20er Jahren gab es eine Eisenbahnlinie, die Guysboro mit Pictou Country verband. Die Linie war fast vollständig fertiggestellt, die Brücken gebaut und dann wurde entschieden, das Projekt abzubrechen. Kein Zug ist auf diesem Stück je gefahren. Mit einiger Hilfe der Gemeinschaft wurden die Eisenbahnschienen in einen Wanderweg umgebaut und so entstand das erste Teilstück des Trans Canada Trails.

Der Weg war wunderschön und sehr gut beschildert. Dieses Teilstück hatte die Trans Canada Trail Foundation dazu bewogen, eine neue Initiative mit dem Discovery Trails Program, gesponsert von der Stephen R. Bronfman Foundation, ins Leben zu rufen. Dieser Initiative ist es zu verdanken, dass der Weg so gut ausgebaut und auch beschildert ist. Informationen zur Fauna und Flora sowie zu den hier lebenden Tieren – alles ist hier an seinem Ort. Der Trail folgt dem Salmon River durch Roachville, Ogden und dem wunderschönen Salmon River Lake. Der Weg ist nach wie vor in einem sehr guten Zustand und nach 45 Kilometern erreiche ich schließlich den Country Harbour Lake.

Der Regen wird stärker. Ich baue mein Zelt auf, diesmal mit akribischer Genauigkeit. Es ist offensichtlich, dass dies kein gewöhnlicher Sturm ist. Der Wind bläst stark und der Himmel zieht sich zu. Ich lege mich auf den Zeltboden und bereite mich auf eine harte Nacht vor. Der Sturm frischt auf während der Nacht und auch am Morgen. Ich finde mich damit ab, dass ich morgen nicht weiter fahren kann.


© 2003 Orginaltext und Fotos: Tom Couture, Kanada. Übersetzung: Trans Canada Touristik, Hamburg, Deutschland



Bären

Myra Canyon

Gletscher

Berg-See

Trans Canda Trail

zum Seitenanfang zum Seitenanfang

© 2003 by Trans Canada Touristik, Hamburg, Deutschland - Impressum