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Tagebuch der
"Solo Bicycle Expedition" von Tom Couture
10.000 km mit dem Fahrrad auf dem Trans Canada Trail




13. Tag, 23. Mai
Robinson’s Head (43 km)

Dieser Tag ist eigentlich mein Ruhetag. Viel mehr sollte ich heute auch nicht machen, jedenfalls schlafe ich bis 11 Uhr morgens. Es ist wieder ein hervorragender Tag. Die Sonne scheint und ich bin in der Nähe des Ozeans. Für mich hat der Atlantische Ozean immer einen Hauch von Romantik. Also entspanne ich mich und genieße den Tag. Kurz nach zwei Uhr mittags werde ich aber etwas unruhig und denke mir, dass eigentlich eine kurze Radtour ganz nett wäre. Also packe ich mein Camp zusammen und schwinge mich auf meinen Sattel. Es ist recht heiß und ich halte in St. Georges für einen kleinen Mittagssnack an. In der Nähe des Trails sehe ich „X Adventures“, eine Firma, die geführte Touren in der Gegend anbietet. Ich frage die beiden Inhaber Arlene und Cal White, welche Bedeutung der Trans Canada Trail für sie habe. „Wenn der Trail nicht hier wäre, hätten wir hier kein Geschäft“, erklärt Arlene, der auch einige Lodges in der näheren Umgebung gehören. „Es ist hart, aber wir glauben an die Zukunft des Trails.“ Ich sage ihnen, dass ich den Trail als großen Gewinn für Neufundland sehe. Wenn ich in einigen Jahren wiederkomme, bin ich zuversichtlich, dass ihr Geschäft ein voller Erfolg sein wird.

Der Zustand des Trails an der Westküste unterscheidet sich stark von dem an der Ostküste. Die Topography ist im Westen anders, eine höhere Herausforderung. Es gibt mehr Gebiete mit Brücken und historischen Eisenbahnbrücken, die man überqueren muss.

Von St. Georges aus geht es auf dem Trans Canada Trail in Richtung Flat Bay und durch das kleine Städtchen St. Theresa. Je weiter ich von der Küste entfernt bin, desto mehr ändert sich auch hier die Topography zwischen Feuchtgebiet und Ödland. Hier sehe ich auch die vielen Brücken und historische Eisenbahnbrücken, die in regelmäßigem Abstand in allen Größen und Formen erscheinen. Eine Brücke ist besonders eindrucksvoll, da sie vor Hunderten von Jahren aus wunderschönen Mauerwerk entstanden ist.

Nun ist es schon nach 17.00 Uhr und ich bin weniger als zehn Kilometer geradelt. „In die Hufe“, sage ich zu mir selbst und fahre weiter. Die Abende waren bisher immer wunderschön gewesen. Auch dieser ist keine Ausnahme. Ich entscheide mich, wieder zurück zur Küste zufahren und dort mein Quartier für die Nacht aufzuschlagen. Der Trail ist überwiegend in einem sehr guten Zustand und nach einigen Stunden erreiche ich Heatherton und Robinsons’s Head. Diese Felsvorsprünge sind als Robinsons’s Head bekannt und sie kommen mir einfach unrealistisch vor. Ich kann mir nicht helfen, aber ich muss durch sie durchfahren. Vor einem malerischen Haus sitzt ein älteres Ehepaar auf einer Gartenbank. Ich frage sie, ob sie einen Campingplatz in der Umgebung kennen würden. „Überall, wo Du möchtest, mein Junge“, lautet die Antwort. „Wie sieht es mit eurem Garten aus, von dem ich die gesamten Kliffen überschauen kann?“, frage ich. „Natürlich, fahre einfach hin.“ Je weiter ich zu dem Spot fahre, desto mehr bin ich begeistert. Es war einfach traumhaft. Ich bin mir sicher, dass ich Tausende von Nächten in meinem Leben draußen in der ganzen Welt übernachtet habe, aber noch nie einen so wunderschönen Ort wie diesen entdeckt habe. Die Sonne geht unter und ich lächle ihr entgegen.



14. Tag, 24. Mai
Das „Codroy Valley“ (65 km)

Es ist kein Traum. Ich bin hier in Neufundland, an diesem wunderschönen Ort, der Robinson‘s Head heißt. In den meisten Morgenstunden, in denen ich am Atlantischen Ozean übernachtet habe, werde ich mit viel Nebel und Morgenfrost begrüßt. Heute wache ich früh auf und bleibe einfach in meinem Schlafsack liegen. Ich schaue zu, wie die Sonne aufgeht. Mit jedem Moment wird mir bewusst, wieso dieser Platz ein ganz besonderer ist. Als der Nebel verschwunden ist und die Sonne über das ganze Land hinweg scheint, beginne ich mit meinem morgendlichen Aufwärmprogramm. Nach drei Wochen in dieser beeindruckenden Provinz habe ich so viele schöne Platze gesehen und viele interessante Menschen getroffen. Ich schreie laut: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!“

Ich höre ein Geräusch, das ich zuerst nicht zuordnen kann. Nach einer Weile sehe ich einige kleine Fischerboote, die zu einem Morgenausflug aufs Meer hinausfahren. Väter mit ihren Söhnen – eine Generation, die die Liebe zur Seefahrt an die nächste weitergibt. Ich sitze hier einfach und genieße die Zeit. Irgendwie bin ich fast in Trance...

Nun bereite ich mich auf meine Abfahrt vor. Es ist nicht nur das Verlassen dieses wunderschönen Ortes sondern der gesamten Provinz Neufundland. Ich bin weniger als 100 Kilometer von Port aux Basques entfernt. In der Stadt Robinsons finde ich den Trail und fahre wieder zurück durch das Codroy Valley in das Land hinein. Das Codroy Valley ist ein breites Tal, das von er Long Range und den Anguille mountains eingerahmt wird. Der Trail folgt dem Lauf des Codroy River. Ich fahre durch die kleinen Dörfer Cartyville und McKays und dann weiter nach St. Fintan’s.

Stillgelegte, historische Bahntrassen in allen Größen und Formen gibt es auf diesem Teil des Trans Canada Trails überall. Die Wildnis hat natürlich auch ihre Spuren auf diesen hölzernen Eisenbahnbrücken hinterlassen. Niemand hat sich um deren Instandhaltung gekümmert, so dass es fraglich ist, ob sie in einigen Jahren noch in dieser Form existieren werden. Ich erreiche Black Bridge, die erste von vielen Trestlen, die ich nicht mehr passieren kann. Nun fahre ich nach South Branch und entscheide mich dort, mein Zelt am Ufer des Codroy aufzuschlagen.




15. Tag, 25. Mai
Farewell to Newfoundland (60 km)

Es ist ein großartiger Morgen am Fluss, vor den Toren der Stadt South Branch. Der Himmel ist klar, die Sonne scheint und es ist recht warm. Das Wetter in Neufundland ist sehr wechselhaft. Ich habe seit Gander keine Wolke mehr gesehen. Dies ist nun schon zehn Tage her. Meine letzten Kilometer in Neufundland – ich sehe das Straßenschild: „Port aux Basque 52 Kilometer“. Bei Irving’s stoppe ich für ein kleines Frühstück und fahre weiter nach Doyles, wo ich auf mein letztes TCT-Teilstück in Neufundland stoße.

Ich versuchte von Doyles aus auf dem Trail zu fahren, aber der Weg ist nicht gut ausgebaut. Also kehre ich auf den Highway zurück und radle 15 Kilometer nach McDougal’s Gulch und zur Küste, wo ich wieder auf den Trans Canada Trail treffe und die letzten 25 Kilometer in Neufundland zurücklege. Die Gegend an der Küste ist wundervoll und die ersten sieben Kilometer führen am Küstenstreifen entlang. Danach erreiche ich die Gegend, die als „Wreckhouse“ und damit für ihre starken Winde bekannt ist. Das Schild am Straßenrand sagt alles: „Vorsicht, Wind kann bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen!“ Die 50 Kilometer Wind, denen ich entgegen strampeln muss, sind also nur ein laues Lüftchen.

Von dort aus führt der Trail am Cape Ray, an einigen interessanten Sanddünen sowie durch den Cheeseman Provinzpark vorbei. Auf den nächsten zehn Kilometern nach Port aux Basque und an der Marine Atlantic Ferry ist der Trail in einem exzellenten Zustand. Als ich das letzte Stück fahre, denke ich darüber nach, welch herrliche Zeit ich in den letzten drei Wochen in dieser Provinz Neufundland verbracht habe. Wo ist die Zeit nur geblieben? Für mich fühlt es sich so an, als hätte ich gerade vor einigen Wochen mit meinem Abenteuer begonnen. Ich bin glücklich darüber, dass ich die schwierigen Stücke des Trails meistern konnte und zugleich traurig, dass ich Neufundland nun verlassen muss. Ich habe so viele interessante Menschen getroffen und so viele beeindruckende Orte gesehen.

Schließlich erreiche ich die Stadt Port Aux Basque.




16 . Tag, 26.Mai
Ruhetag (0 km)



17. Tag, 27. Mai
Willkommen in Cape Breton Island (0 km)

In Nova Scotia wird es nun Zeit, das nächste Kapitel meines Trans Canada Abenteuers aufzuschlagen. Gestern habe ich einfach nur in North Sydney, Nova Scotia, entspannt. Einige Stunden verbringe ich heute damit, meine Ausrüstung auf den neusten Stand zu bringen. Neben Lebensmitteln und anderen notwendigen Utensilien suche ich auch nach Landkarten und weiteren Reise-Informationen für den Trail in Nova Scotia. Hier ist der Trail-Reiseführer im Unterschied zu Neufundland noch nicht erschienen.

Kurz nach zwei Uhr mittags verlasse ich North Sydney und fahre hinaus, um den Trail und Neu-Schottland zu entdecken. Ich finde den Trans Canada Trail schnell und radle in Richtung Westen nach Scotch Lake. Obwohl diese Strecke nur acht Kilometer lang war, ist es großartig, wieder auf dem Sattel zu sitzen. Von Scotch Lake aus reise ich zum Highway 223 nach Südwesten. Der Frühling zeigt sich hier in vollster Blüte und die Farben sind prächtig. Entlang des St. Andrews Channel am Bras d’Or, einem großen und wunderschönen See, geht es nun auf dem Highway weiter. Die Ausblicke hier sind spektakulär, ich bin nie mehr als 500 Meter von der Küste entfernt.

Auf dem gesamten Weg gibt es sehr schöne Häuser und Cottages, die direkt an der Küste liegen. Ich durchfahre Boisdale, Beaver Cove, Cross Point, Big Brook und Christmas Island, bevor ich meine heutige Endstation, Grand Narrows, erreiche. Grand Narrows ist eine malerische und historische Gemeinde, deren Häuser mehr als 140 Jahre alt sind. An der Barras Marina werfe auch ich meinen Anker. Obwohl dieser Campingplatz noch nicht richtig geöffnet ist, bin ich dennoch sehr willkommen. Ich baue mein Zelt in einer geschützten Ecke, die nur wenige Meter von der Küste entfernt ist, auf. Nun ist es Zeit, mir ein Abendessen zuzubereiten und den beeindruckenden Sonnenuntergang zu beobachten.

© 2003 Orginaltext und Fotos: Tom Couture, Kanada. Übersetzung: Trans Canada Touristik, Hamburg, Deutschland



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