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Tagebuch der
"Solo Bicycle Expedition" von Tom Couture
10.000 km mit dem Fahrrad auf dem Trans Canada Trail




8. Tag, 18. Mai
Ein hervorragender Trail! (75 km)

Ein strenger Wind bläst mir heute morgen ins Gesicht. 180 Kilometer bin ich nun auf dem Trans Canada Trail unterwegs. Jeden Tag gewinne ich nun an Stärke und Fitness. Mein TCT-Reiseführer weist das nächste Teilstück als unpassierbar aus. Also entscheide ich mich, auf den Trans Canada Highway zurückzukehren. Dort fahre ich 20 Kilometer bis Bishop Falls, wo ich wieder auf den Trans Canada Trail treffe. Die Strecke zwischen Bishop Fals und Grand Falls Windsor ist recht schwierig und ich würde diese nicht weiterempfehlen.

Als exzellent wird der Weg zwischen Grand Falls Windsor und Badger bezeichnet. Diesem Urteil kann ich nur zustimmen. Der Trail führt am Exploits River, dem längsten Fluss in Neufundland, entlang. Nach 30 Kilometern erreiche ich das 500-Einwohner-Dörfchen Badger. Die Einwohner mussten zu Beginn des Jahres wegen einer großen Flutwelle evakuiert werden und haben sich auch heute noch nicht von diesem Schock erholt. Einige Menschen konnten bis heute noch nicht zu ihren Häusern zurückkehren.

Das Wetter hat sich seit Gender stark verbessert und ich hoffe, dass dies so bleiben wird. Als nächstes wartet eine schwierige und sehr einsame Strecke entlang des Topsails Plateau, dem höchsten Punkt des Trails in Neufundland, auf mich. Das Topsails Plateau mit seinen vier Inselbergen ist vor allem für sein wechselhaftes Wetter und seine starken Winde bekannt.




9. Tag, 19. Mai
Meterhoher Schnee (50 km)

Heute ist es herrlich sonnig und ich freue mich auf meine weitere Reise. Das Topsails Plateau oder „the Gaff“, wie die meisten Neufundländer ihr Schmuckstück nennen, gehört wohl zu den einsamsten Gegenden Neufundlands.

Nach 30 Kilometern erreiche ich schließlich Millertown Junction. Von dort aus möchte ich den Aufstieg zum „the Gaff“ in Angriff nehmen. Kurz vor meinem Start höre ich eine Neuigkeit: Die Spitze des „the Gaff“ läge in meterhohem Schnee. Diese News erfahre ich von Roy Pennel. Roy lädt mich gemeinsam mit seiner Frau Rose zum Kaffee ein. Ein Veteran, der weis wovon er spricht! „Du musst neun Meilen nach Badger zurückkehren und dort den Highway nehmen“, so seine Worte. „Ich werde nicht zurückgehen. Ich werde mich durchkämpfen“, entgegne ich entschlossen. „Du wirst Dein Rad ungefähr zehn Kilometer schieben müssen, da es nicht anders geht“, sagt Roy.

Sobald als ich Millertown Junction hinter mir gelassen habe, beginnt der Aufstieg. Der Trail ist sehr anstrengend und der Wind fegt mir um die Ohren. Den ersten Schnee entdecke ich ungefähr zehn Kilometer später, auf einer Höhe von ungefähr 250 Metern. Ich bin etwas erschrocken, dass hier schon Schnee liegt. Immerhin sind es noch ca. 200 Höhenmeter, bis ich den Gipfel erreichen werde. Roy hat wahrscheinlich recht. Das Topsails Plateau ist einer der Orte, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Ich setzt meinen Aufstieg unerbittlich fort, der Wind bläst ohne Unterbrechung. Nach weiteren drei oder vier Kilometern kontinuierlichen Schneetreibens bin ich erschöpft. Nach den Worten von Rod entscheide ich mich hier, etwas zu entspannen und den Gipfel erst am Morgen zu erreichen.

Ich schlage mein Zelt hinter einem verlassenen Eisenbahnwaggon auf. Es ist extrem kalt und mein ganzes Wasser gefroren. Ich bin mir sicher, dass ich morgen einen extrem anstrengenden Tag haben werde.




10. Tag, 20. Mai
Auf zum Gipfel! (83 km)

Der Wind weht stark in dieser Nacht. Ich bin froh, dass ich mein Zelt im Windschatten des Eisenbahnwaggons aufgeschlagen habe. Als ich aufwache, ist es recht nebelig. Ich baue mein Zelt zusammen und mache mich für den Gipfel bereit. Es ist kalt, ungefähr zwei Grad, die durch den Nebel noch viel kühler wirken. Der Schnee ist hier recht hoch, zwischen einem und anderthalb Metern. Ich beginne mich langsam zu fragen, ob Roy nicht doch recht hat.

Die Schneeverwehungen beginnen und ich versuche, ständig weiterzufahren. Roy hat mir gesagt, dass die schlimmsten Stellen auf der anderen Seite des Gipfels auf mich warten würden. Dort würde ich ca. eine Stunde noch dem Erreichen des Gipfels ankommen. Endlich erreiche ich den Gipfel. Meinen Triumph, den höchsten Punkt des Trans Canada Trails in Neufundland erreicht zu haben, möchte ich hier allerdings nicht allzu lange feiern. Ich habe das Gefühl, dass mein Tag gerade erst beginnt. Allerdings habe ich nun den Vorteil, bergab zu fahren.

Als ich herunterfahre, lasse ich meine Blicke über den Gaff Topsail schweifen. Der Ausblick ist beeindruckend. Ich habe gelesen, dass es einen Aufstieg bis zum Gipfel gebe. Dies möchte ich mir allerdings nicht antun, da der Weg tief verschneit ist. Ich setze mich kurz hin und genieße diesen atemberaubenden Ausblick für einen Augenblick.

Kurze Zeit später setze ich meine anstrengende Schneefahrt fort. Ich fahre zu den Chain Lakes hinab. Dort ist der Ausblick hervorragend. Mittlerweile traut sich auch die Mittagssonne hervor und ich genieße die wunderschöne Landschaft. Als ich an den Chain Lakes Ponds ankomme, werde ich mit einem hellen Sonnenschein empfangen. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Ich koche mir Kaffee und entspanne mich.

Aus dem Nichts taucht plötzlich ein Conservation Officer auf. Er schaut mich überrascht an. Hier hat er wahrlich niemanden erwartet. Der Neufundländer hat den Aufstieg von Howley aus geschafft und erzählt mir, dass er auf dem Weg einige Schneeverwehungen erlebt habe, die Strecke aber insgesamt sehr gut befahrbar sei. Mit einem guten Gefühl nehme ich den Abstieg in Angriff und erreicht Howley zur Mittagszeit.

Howley liegt am Grand Lake, der Neufundlands größter See ist. Ich fühle mich sehr gut und deshalb entscheide ich mich, noch ungefähr 30 Kilometer weiter nach Deer Lake zu fahren. Die Bedingungen auf dem Trans Canada Trail sind sehr schlecht. Kurz nach sieben Uhr erreiche ich Deer Lake und schlage erschöpft mein Zelt am dem örtlichen Campingplatz auf. Dieser Tag war anstrengend genug.




11 . Tag, 21.Mai
Liebe auf den zweiten Blick (71 km)

Deer Lake, das „gateway“ zum berühmten Gros Morne National Park, ist ein wunderschönes Städtchen direkt am See. Die Popularität dieser Region hat zu einer Verlängerung des Trans Canada Highways von Deer Lake bis Cornerbrook geführt. Der Trail folgt hier Deer Lake bis zum Humber River Valley. Einfach wunderschön und anders, als ich es von der Östküste kenne. Ein enges Tal, umgeben von steilen Bergen und den Ausläufen des Humber Arm und der Bay of Islands.

Die Aussicht ist einfach hervorragend. Nachdem ich Dear Lake verlassen habe, fahre ich durch das Örtchen Pasadena in Richtung Steady Brook und der Long Range Mountains. Marble Mountain ist das größte Ski Resort östlich der Rocky Mountains. Von hier aus geht es nach Cornerbrook, der zweitgrößten Ortschaft Neufundlands. Hier ist es Liebe auf den zweiten Blick. Nachdem ich vom Hafen in die Stadt fahre, werde ich mit einem hervorragenden Ausblick überrascht. Da ich mich heute recht fit fühle und den Tag wahrlich nicht beenden möchte, setzte ich meine Reise in südwestlicher Richtung fort. Pinchgut Lake erscheint mir wie eine Oase und ich bin mir sicher, dass dies ein exzellenter Ort für die Nacht sein wird.



12. Tag, 22. Mai
Der „Eine-Millionen-Dollar-Ausblick“ (65 km)

Der Tag beginnt auf dem Trans Canada Trail in Pinchgut Lake. Von dort aus fahre ich zum Trans Canada Trail, der in der kleinen Ortschaft Gallants beginnt. Das Wetter ist heute wunderschön und ich habe bald St. Georges Bay und den St. Lawerence Seaway erreicht.

Ab Gallants ist der Trail härter als ich gedacht habe. Das Training der vergangenen Tage hat mir jedoch geholfen, wieder an Stärke in den Beinen zu gewinnen. Ich schaffe es fast ohne Probleme, rund 25 Kilometer auf dem Highway 460 zu fahren. Von dort aus ging es dann nach Stephenville Crossing und dann auf dem Trans Canada Trail zum Black Bank Seaside Campingplatz. Dieser liegt in einem wunderschönen, windgeschützten Provincial Park.

Die Westküste Neufundlands ist einfach spektakulär. Dazu gehört auch, dass die Luft auf dieser Seite der Insel wesentlich trockener und die Landschaft durch ihre Hügel und Berge wesentlich abwechslungsreicher ist. Meine Rückkehr auf den Trail gefällt mir: Kein Straßenverkehr, kein Lärm! Ich beginne in Gallants und fahre in südwestlicher Richtung. Der Trail ist zwar sehr schwierig, trotzdem bin ich froh, wieder auf dem Trans Canada Trail zu sein. Ich fahre in Richtung Meer, nach Stephenville Crossing. Mein Ziel für den Abend lautet Black Bank. Obwohl dort im Sommer immer viel los ist, erwarte ich zu dieser Jahreszeiten niemanden. Kein Hotel, kein Campingplatz, der betrieben wird! Meine wöchentliche Dusche wird also noch warten müssen! War es nicht in Gander wo ich den Komfort eines Hotels und den Luxus fließenden Wassers genießen konnte? Ich bin einfach mit mir und meiner Welt glücklich und zufrieden. Hier in der atemberaubenden Wildnis fahre ich herum und kann wieder einmal einen „Eine-Millionen-Dollar-Ausblick“ genießen.


© 2003 Orginaltext und Fotos: Tom Couture, Kanada. Übersetzung: Trans Canada Touristik, Hamburg, Deutschland



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