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Tagebuch der
"Solo Bicycle Expedition" von Tom Couture
10.000 km mit dem Fahrrad auf dem Trans Canada Trail




3. Tag, 13. Mai
„Come by chance“ (60 km)

Mein Tag beginnt am wunderschönen Tickle Bay, mit der Aussicht auf einen besseren Wetterbericht. Ich verlasse den Bellvue Bay Park und folge der Straße 201 entlang der Küste in nördlicher Richtung, bis ich den Trans Canada Highway kreuze. Dort möchte ich nicht auf dem Highway weiterfahren und suchte den Trans Canada Trail, der mich von Little Habour nach Arnolds Cove Station führen soll. Obwohl dieses Teilstück des TCT als nicht geeignet bewertet wird, kann ich diese Strecke für Radfahrer empfehlen. Es ist zwar ziemlich hart, macht aber unglaublich viel Spaß. Ein kleines Mittagessen nehme ich in Arnolds Cove, einem hübschen Küsten-Städtchen ein. Bis zur Stadt „Come by chance“ fahre ich auf dem Highway, bevor ich dort die Einmündung in den TCT finde. Das nächste, rund 42 Kilometer lange Teilstück nach Clarenville ist hart, aber befahrbar. Schnell erreicht ich Goobies. Nach weiteren fünf Kilometern beginnt es erneut zu regnen. Obwohl ich heute nicht meinen geplanten Stopp erreichen kann, bin ich sehr glücklich. Ich habe über 30 Kilometer auf dem spektakulären Trans Canada Trail zurückgelegt. Müde, aber überglücklich schlage ich mein Zelt einige Meter abseits des Trails auf. Dort koche ich mir ein vorzügliches Essen und bin mit mir und meiner Welt sehr zufrieden.



4. Tag, 14. Mai
Terra Nova, das neue Land (63 km)

Terra Nova oder das neue Land: Unter diesem Namen war Neufundland auf den Landkarten in früheren Jahrhunderten bekannt. Nun reise ich durch diese wunderschöne Provinz. Mein Tag beginnt fünf Kilometer nördlich von Goobies. Von dort aus fahre ich nordwestlich auf dem Trans Canada Trail in Richtung Clarenville.

Der Reiseführer, den ich mir über den Trans Canada Trail in Neufundland besorgt habe, schätzt das nächste Teilstück als unpassierbar ein. Also nehme ich den Highway und fahre nach Port Blanford, wo ich wieder zum TCT zurückkehre.

In Richtung Terra Nova folgt der Trail dem wunderschönen „Clode Sound“ und dem „Northwest Arm“. Ich passiere den „Terra Nova National Park“, Kanadas östlichsten National Park und nach rund 20 Kilometern erreiche ich den Terra Nova Lake. Die Gegend ist sehr schön. Ich bin glücklich, dass ich heute 85 Kilometer radeln konnte, davon 50 auf dem Trans Canada Trail. Meine Begeisterung und mein Selbstvertrauen nehmen immer weiter zu, auch meine Fitness steigert sich von Tag zu Tag. Heute habe ich sogar schon früher mein Ziel erreicht. Auch das Wetter zeigt sich von seiner besseren Seite. Es regnet wenigstens nicht mehr und meine Sachen können etwas trocknen.



5. Tag, 15. Mai
Es schneit in Neufundland! (85 km)

Der Tag beginnt mit einem mir bekannten Geräusch: Regentropfen prasseln auf mein Zelt. Ich überprüfe schnell meine Sachen und kann glücklicherweise feststellen, dass wohl noch alles trocken geblieben ist. Ich habe mittlerweile gelernt, dass man sich am schnellsten mit viel Bewegung aufwärmt. Vom Terra Nova Lake fahre ich nördlich - am Maccles Lake vorbei – nach Gambo. Der teilweise matschige Waldboden ist recht anstrengend bei den ersten fünf Kilometern. Dann erlebe ich einen der besten Trailabschnitte während meines gesamten Aufenthaltes in Neufundland. Ich fühle mich sehr gut und erreiche eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde. Ich passiere Maccles Lake und blicke auf die schönen Sommerhäuschen, die direkt am See liegen.

Dann beginnt es zu schneien! Ich bin nicht komplett auf diese Situation unvorbereitet, da ich diese Meldung vorher im Wetterbericht gehört habe. Gegen Mittag erreiche ich Gambo, die Heimatstadt von Joey Smallwood. Der Föderalist brachte Neufundland in die Konföderation. Gambo liegt am wunderschönen Freshwater Bay. Von dort aus geht es weiter in Richtung Benton und Gander. Mit dem Ortseingang von Benton fahre ich nun schon 65 Kilometer auf dem Trans Canada Trail. Der nasse Schnee fällt weiterhin und der Ansteig auf das Gander Plateau durchnässt mich nun komplett.

Meine Unterkunft für heute ist das Sinbad Hotel in Gander. Ich bin heute 85 Kilometer gefahren – jeden Meter auf dem TCT. Die Temperatur liegt nun zwischen drei und fünf Grad.



6 . Tag, 16.Mai
Gander - „you are welcome here“

Es gibt nicht viele positive Dinge, die sich durch die Anschläge des 11. September 2001 ereignet haben. Für uns ist New York weit entfernt, das Leben in Gander, Neufundland, ist ein anderes. Als der Luftraum über Nordamerika am Tag der Terroranschläge für Flugzeuge gesperrt war, wurde die Stadt Gander zum Zentrum des weltweiten Flugbetriebs. Viele Flüge aus Europa wurden in diese stolze Stadt umgeleitet, die knapp 10.00 Einwohner zählt. Über 30 Flugzeuge landeten in Gander und viele der Passagiere blieben in der Neufundländischen Stadt für über eine Woche. In dieser Zeit konnten auch wir Kanadier eine Menge über diese spezielle Gemeinschaft und deren Menschen lernen.

In der Woche nach diesem schwarzen Tag in der nordamerikanischen Geschichte öffnete Gander sein Herz für Tausende von gestrandeten und verwirrten Menschen, die aus aller Welt hier gelandet waren. Ich schaue mir hier auch die Grundschule an, in der mehr als 700 Menschen übernachtet hatten.

Leider kann ich nicht allzu viel Zeit in Gander verbringen. In gewisser Weise kann ich es aber schon nachempfinden, was diese Leute nach diesem schrecklichen Tage hier erfahren haben. Überall, wohin ich auch ging, werde ich warm und herzlich empfangen.

Der „Newfoundland Trailway Provincial Park“ ist der Trans Canada Trail in Neufundland. Auf dieser Route fahre ich schon, seitdem ich hier angekommen bin. Der Trail wird hier, wie in ganz Kanada, von freiwilligen Helfern aufgebaut. Eine wirklich unglaubliche Leistung, die diese Menschen mit wenig Geld geleistet haben. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich nun durch diese großartige Provinz radeln kann.



7. Tag, 17. Mai
„North by Northwest“ (65 km)

Ein herrlicher Tag: Die Sonne strahlt. Nach einem wohlverdienten freien Tag in Gander geht es mir richtig gut. Das optimistisch erscheinende Wetter, der hervorragende Zustand des Trails motivieren mich besonders. In Gander nehme ich den zweiten Teil des „Cobb’s Corridor“ in Angriff, der nach dem großen Schottischen Eisenbahn-Pioneer Alexander Cobb benannt wurde. Ich fahre durch die kleinen Städtchen Appleton und Glenwood. Der TCT ist hier hervorragend. Über eine wunderschöne 140 Meter lange Brücke setze ich meine Reise nach Norris Arm fort. Ungefähr 60 Kilometer von Gander entfernt schlage ich mein Zelt auf dem städtischen Campingplatz auf. Der Trans Canada Trail ist hier sehr beliebt. Ich treffe sehr viele Menschen, die mich auf meinem Wege freundlich grüßen.

Die Angelsaison hat hier am Donnerstag begonnen. Obwohl ich kein passionierter Angler bin, wollte ich es einmal versuchen. Ich traf eine Gruppe von Anglern, die mir gleich anboten, sie zu begleiten. Allerdings entschied ich mich, Ihnen erst einmal zuzuschauen. Meine Zeit wird später kommen.

© 2003 Orginaltext und Fotos: Tom Couture, Kanada. Übersetzung: Trans Canada Touristik, Hamburg, Deutschland



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